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Nachrichtendienste in Frankreich


In Frankreich gibt es eine Vielzahl von Stellen, die mit nachrichtendienstlichen Aufgaben betraut sind.
Neben den eigentlichen "großen" Diensten sind dies Abteilungen in Ministerien, Ämter und mehrere militärische Behörden.

Im folgenden finden Sie zunächst Kurzinformationen zu zwei wichtigen französischen Diensten:
1. Direction Generale de la Securite Exterieure (DGSE)
2. Direction de la Surveillance du Territoire (DST)


1. Direction Generale de la Securite Exterieure (DGSE)

Der französische Auslandsnachrichtendienst entstand als Zusammenschluss mehrerer Geheimdienste aus dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1946 und hieß zunächst Dienst für Auswärtige Dokumentationen und Gegenspionage, Service de la Documentation Exterieur et Contre-Espionage (SDECE).
Er war dem Premierminister unterstellt.

1962 wurde er auf Beschluss Charles de Gaulles dem Verteidigungsminister unterstellt, in dieser Zeit fanden auch zahlreiche verdeckte Operationen im Ausland, so in Kanada und Algerien, statt. Die heutige Bezeichnung erhielt der Dienst im Zuge von Umstrukturierungen im Jahre 1982.

Der DGSE ist zuständig für Nachrichtenbeschaffung im Ausland. Dabei sind alle Bereiche von Interesse, militärische Daten, strategische und sicherheitspolitische Informationen und zunehmend auch Industrie und Wirtschaft.
Alle nachrichtendienstlichen Methoden finden Verwendung: offene und geheime, technische und menschliche Quellen und funkelektronische Aufklärung.

Dem Direktor unterstehen fünf Hauptabteilungen:
-Verwaltung
-technischer Dienst
-Strategie
-Nachrichtenbeschaffung
-Spezialoperationen

Der technische Dienst ist zuständig für die elektronische Aufklärung und betreibt eine Vielzahl von Abhörstationen in Frankreich und weltweit.

Die strategische Abteilung analysiert Informationen, wertet sie aus und bedient so Anfragen aller berechtigten Stellen.

Die Nachrichtenbeschaffung arbeitet vornehmlich mit menschlichen Quellen, setzt Agenten ein und wirbt Informanten an. Zunehmend erhält neben dem militärischen und politischen auch der zivile Sektor steigende Bedeutung, vor allem im Bereich der Wirtschafts- und Industriespionage. Einige bekannt gewordene Fälle der vergangenen Jahre zeigen die Aktivität in diesem Bereich: Boeing, Siemens im Zusammenhang mit dem ICE-Projekt in Südkorea, die Verwanzung der Ersten Klasse in Air France-Flugzeugen...

Die Abteilung für Spezialoperationen plant geheime Aktionen und führt diese mit eigenen militärischen Spezialkräften durch.
Das können Sabotageakte ebenso wie gezielte Anschläge auf Leib und Leben sein, so im Zusammenhang mit dem algerischen Unabhängigkeitskrieg. Unfreiwillige Berühmtheit erlangte die Abteilung auch durch den Greenpeace-Skandal 1985: Agenten des DGSE versenkten mittels einer Bombe ein Schiff von Greenpeace im Hafen von Auckland, Neuseeland.
Ein Mensch kam dabei ums Leben.

Solche Vorgehensweisen sind dem Deutschen BND ausdrücklich nicht erlaubt.

Für den DGSE arbeiten rund 4300 Zivilisten und Soldaten, der Etat betrug 2001 geschätzte 1600 Mio. Francs.

Hauptsitz des DGSE ist noch immer Paris, nachdem ein lange geplanter Umzug aus finanziellen Gründen nicht stattfinden konnte.

Inoffizielle Informationsseite über den DGSE: www.dgse.org


2. Direction de la Surveillance du Territoire (DST)

Der französische Inlandsnachrichtendienst geht geschichtlich auf die Umwandlung der militärischen Gegenspionage in einen Dienst für die Überwachung des Territoriums unter der Verantwortung des Innenministers im Jahr 1899 zurück. Danach folgten allerdings Auflösungen und Neugründungen, im Jahr 1937 dann der Surveillance du Territoire (S.T.).
Der heutige DST wurde 1946 gegründet, untersteht noch immer dem Innenminister und ist der Polizei angegliedert.

Gesetzliche Grundlage ist eine Verordnung aus dem Jahr 1982.
Danach hat der DST die Aufgabe, auch mit nachrichtendienstlichen Methoden den Schutz des Landes zu gewährleisten, also ermittelt und beobachtet er Extremisten, Terroristen und Ausländer im Bereich der Spionageabwehr.

Neben der Terror- und Spionageabwehr ist er auch zuständig für Schwerkriminalität im Bereich Waffenhandel und Organisierter Kriminalität sowie für den Geheimschutz französischer Behörden und betroffener Wirtschaftsunternehmen.

Der DST soll nur auf französischem Hoheitsgebiet tätig werden. Seine Mitarbeiter sind vornehmlich Polizisten in allen Diensträngen.

Hauptsitz ist in Paris, dem Direktor unterstehen fünf Hauptabteilungen und eine Abteilung für internationale Zusammenarbeit.

Daneben gibt es sieben Regionaldirektionen (Lille, Rennes, Bordeaux, Marseille, Lyon, Metz, Tours) und Vertretungen in den französischen Überseegebieten.


Literatur zum Thema finden Sie auf unserer Literaturseite.

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